Informationen zum VerbundstudiengangBachelor Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“

Schnellnavigation


Studiengang auf hohem AusbildungsniveauNach intensiver Entwicklungsarbeit ist den Evangelischen Ausbildungsstätten in Hessen gelungen, was in Deutschland in der Nach-Pisa-Diskussion zunehmend gefordert wird: die Einrichtung eines Studiengangs zur Qualifizierung von ErzieherInnen auf einem höherem Ausbildungsniveau. Der Studiengang verbindet die klassische Fachschulausbildung für ErzieherInnen mit einem Fachhochschul-Studium für Bildung und Erziehung in der Kindheit. Wer diese Ausbildung absolviert, qualifiziert sich doppelt: Er bzw. sie erwirbt den staatlich anerkannten Abschluss als ErzieherIn und einen Bachelor of Arts. Die Ausbildung dauert mit integrierten Praxisphasen insgesamt vier Jahre. Sie verbindet den Praxisbezug mit dem Wissenschaftsbezug und erfüllt den heutigen gestiegenen Anforderungen vieler Arbeitsfelder, in denen Kinder erzogen, gebildet und betreut werden.
Der grundständige Studiengang beginnt mit einer Ausbildung an einer der vier beteiligten Fachschulen für Sozialpädagogik, dem Ev. Fröbelseminar in Kassel und Korbach, der Hephata-Akademie für soziale Berufe in Schwalmstadt und der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift in Darmstadt. Die beteiligten Ausbildungsstätten haben die Ausbildungsinhalte sorgfältig aufeinander abgestimmt. Große Teile der Fachschulausbildung sind nun modularisiert. Die Module sind sowohl Bestandteil der fachschulischen Ausbildung als auch des Fachhochschulstudienganges.
Nach dem Berufspraktikum der ErzieherInnenausbildung wird das Studium an den Studienstandorten der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt fortgesetzt und mit einem Bachelorexamen abgeschlossen. Aufnahmevoraussetzungen sind die einer Fachschule für Sozialpädagogik und die Fachhochschulreife.
Für diejenigen, die sich berufsbegleitend weiterbilden möchten, wird eine persönliche Beratung empfohlen.
Der Verbundstudiengang am Evangelischen Fröbelseminar
-
Der Studiengang startete in Kassel nach den Sommerferien 2007.
-
Im Schuljahr 2008/9 begann auch die Fachschule in Korbach mit der Qualifizierung.
-
Die Studierenden studieren und lernen sowohl in den jeweiligen Fachschulen in Kassel und Korbach sowie an den Hochschulstandorten Hephata und Darmstadt.Studierende können diese Doppelqualifikation über das BaföG finanzieren.


LernfelderUm die Ziele und Kompetenzen zu erreichen, ist das Studium in 5 Lernfelder gegliedert, die aber nicht hierarchisch aufeinander aufbauend gedacht sind.
Jedes Lernfeld ist in mehreren Semestern vertreten.
Stand Januar 2009
|
Lernfeld 1: Grundlagen: Mensch – Gesellschaft – EthikVorüberlegungen:
Zu Beginn des Studiums ist eine Auseinandersetzung mit dem christlichen Wirklichkeitsverständnis und seiner Ethik samt den darin inkludierten Menschen- und Gesellschaftsbildern im Spiegel anderer Auffassungen unabdingbar. Wirklichkeitsverständnisse wirken sich auf allen Ebenen von Bildungs- und Erziehungsprozessen unvermeidlich aus (Wahrnehmung, Bezie-hungsgestaltung, Handlungsplanung, vollzug und –auswertung). Das geschieht sowohl im Blick auf die Kinder und Jugendlichen als auch im Blick auf die Selbstreflexion der Studierenden und die Bildungsinstitutionen. Die hier behandelten Fragestellungen werden deshalb auch in anderen Lernfeldern wieder aufgegriffen.
Besonderer Wert wird auf die multiperspektivische Reflexion des Zusammenhangs des Verständnisses von Gott, Welt, Mensch und Gesellschaft gelegt.
Wir gehen ferner von einem Begriff von Ethik aus, der den gesamten Lebensvollzug in all seinen Dimensionen als ethisch relevant betrachtet und sich nicht auf einzelne Konfliktsituationen beschränkt. Deshalb sind ethische Fundamente (Werthaltungen), Zielsetzungen und Methoden integraler Bestandteil pädagogischen Reflektierens und Handelns. Dies schließt ein Verständnis von Pädagogik mit ein, das weit über den reinen Wissenserwerb hinausgeht und Selbst- und Sozialbildung mit umfasst.
Allgemeine Lernziele
- Die Studierenden kennen und identifizieren christliche und andere Wirklichkeitsverständnisse und Ethiken. Sie bestimmen vor diesem Hintergrund ihre eigene Position und erkennen Relevanz und Konsequenzen für Bildung und Erziehung.
- Die Studierenden können Sinn- und Wertfragen in existenziellen und pädagogisch relevanten Lebenssituationen erkennen, reflektieren und bestimmen eine eigene Position.
- Die Studierenden können als ein zentrales Studienziel die pädagogische Gestaltung von Partizipation und Inklusion multiperspektivisch begründen.


Lernfeld 2: Bildung und Erziehung: Biopsychosoziale Voraussetzungen und Bedingungen kindlicher EntwicklungVorüberlegungen:
Das Lernfeld thematisiert die kindliche Entwicklung und Bildung im Kontext von kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungsfaktoren. Diese Entwicklung wird als vielschichtiger Prozess dargestellt und in ihren biologischen, psychologischen und sozialen Dimensionen analysiert. Zur Entfaltung ihres reichen Lern- und Entwicklungspotenzials sind Kinder auf eine Umwelt angewiesen, die ihnen im Dialog und in Interaktionen Bildung als Sinnkonstruktion ermöglicht.
Die Inhalte des Lernfeldes sind so ausgewählt, dass die Studierenden
- ausgehend von Grundlagen kindlicher Entwicklung
- über die kontextorientierte Auseinandersetzung mit Theorien
- in exemplarischen Lernprozessen
zu ersten Ansätzen einer eigenen, fachlich begründeten pädagogischen Haltung kommen.
Allgemeine Lernziele
- Kindliche Entwicklung und Bildung verstehen als komplexen Wechselwirkungsprozess und als Austauschverhältnis von Individuum, gegenständlicher und sozialer Um-Welt
- Dimensionen der kindlichen Entwicklung durch die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Theorien und anderen Ansätzen erschließen.
- Relativität von Kindheit im historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Kontext sehen können.
- Die im Lernfeld erworbenen Erkenntnisse und Erfahrungen als Voraussetzung für die Bildung einer eigenen pädagogischen Haltung begreifen.


Lernfeld 3: Bildung und Erziehung: pädagogisches Handeln im KontextVorüberlegungen:
Gegenstand des Lernfeldes ist pädagogisches und religionspädagogisches Handeln als kontextuelles Beziehungsgeschehen. Auf der Basis analytischer und hermeneutischer Verfahren stehen Planung, Handeln, Reflexion und Evaluation im Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei wer-den Methoden erlernt, die sich auf das Individuum, die Gruppe und das Gemeinwesen beziehen.
Studierende erproben sich in unterschiedlichen Erziehungs- und Bildungsbereichen.
Sie erwerben ein Verständnis von Didaktik als zielorientiertem pädagogischen Handeln, das auf wechselseitigen Anerkennungs- und Aushandlungsprozessen basiert und Kinder in ihrem Streben, sich die Welt anzueignen, unterstützt.
Allgemeine Lernziele:
- Die Studierenden erkennen die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Begründungszusammenhängen pädagogischen Handelns.
- Sie setzen sich mit verschiedenen Erziehungs- und Bildungstheorien kritisch auseinander und gewinnen so einen Orientierungs-, Interpretations- und Reflexionsrahmen für die pädagogische Praxis.
- Sie können die je individuellen Entwicklungspotenziale von Kindern einschätzen, würdigen und entsprechend pädagogische Handlungsansätze entwickeln.
- Sie können für Kinder bedeutsame Lernsituationen, -gegenstände und -inhalte identifizieren und in didaktische Fragestellungen übersetzen.
- Sie erweitern durch eine vertiefende Beschäftigung mit ausgewählten Bildungs­inhalten (vgl. aktuelle Erziehungs- und Bildungspläne) ihre persönlichen und professionellen Kompetenzen.
- Sie beschäftigen sich mit Fragen und Forderungen des interkulturellen und interreligiösen Dialoges.
- Sie setzen sich mit Konzepten und Methoden auseinander, die die kindliche Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, erproben diese und wenden sie begründet an.
- Sie erkennen die Bedeutung des personalen Bezugs in der Pädagogik, der wechselseitigen Anerkennung und partizipativer Strukturen in unterschiedlichen Dimensionen (z.B. gender).
- Sie erkennen die Notwendigkeit kontinuierlicher Reflexion und Qualitätssicherung pädagogischen Handelns und lernen geeignete Instrumentarien kennen und anwenden

 |

Lernfeld 4: Institution, Organisation und VerantwortungVorüberlegungen:
Gegenstand des Lernfeldes ist der Zusammenhang von Institution, Organisation, Bildung und Erziehung von Kindern zwischen 0 und 10 Jahren. Dieser Kontext ist ethisch-fachlich sowohl auf der institutionellen als auch auf der individuellen Ebene zu verantworten. Innen- und Außenperspektiven verschränken sich.
Notwendiger Teil der Professionalität ist die Fähigkeit, diese unterschiedlichen Perspektiven und Positionen wahrzunehmen, zu übernehmen und miteinander zu vermitteln.
Dies gilt z.B. für mögliche wechselseitige Perspektiven von Eltern, Kindern und Institutionen oder das verantwortliche Handeln in und von Institutionen (Institutionenentwicklung und Institutionenkritik). Dabei erweisen sich Institutionen als veränderbar und veränderungsbedürftig. Fundament dieser Aushandlungs- und Vermittlungsprozesse sind die Menschen- und Bürgerrechte.
Ziel dieses Lernfeldes ist es, Veränderungsprozesse aktiv mit gestalten können, indem Verantwortung individuell, professionell, institutionell und politisch-ethisch wahrgenommen wird.
Allgemeine Lernziele
- Die Studierenden benennen und bewerten grundlegende Dimensionen, Strukturen und Dynamiken von Organisationen und Institutionen.
- Sie nehmen unterschiedliche Perspektiven und Positionen wahr, übernehmen und vermitteln sie miteinander.
- Sie handeln in Institutionen verantwortlich, d.h. sie übernehmen Verantwortung für die Kinder, sich selbst, die eigene Professionalität, die Mitarbeiter/innen und die Institution.
- Sie erkennen, bewerten, nutzen und gestalten die pädagogisch relevanten Rahmenbedingungen verantwortlich.
- Sie erkennen Handlungsspielräume innerhalb der Institution und über deren Grenzen hinaus, entwickeln Veränderungsperspektiven und setzen diese verantwortlich um.


Lernfeld 5: Wissenschaftliches Arbeiten, entdeckendes Lernen und ForschungVorüberlegungen:
Die wissenschaftliche Weiterentwicklung der elementar- und sozialpädagogischen Ausbildung zu einer die Erziehungs- und Bildungsprozesse umfassenden Pädagogik der ersten zehn Lebensjahre ergibt sich aus der ethisch und bildungspolitisch begründeten Forderung der übergreifenden Gestaltung des Bildungssystems mit seinen bisher relativ unabhängig voneinander existierenden Bildungsinstitutionen.
Das Studium hat angesichts der offenen Situation in diesem Bereich ebenfalls überwiegend forschenden Charakter. Die Entwicklung der Verantwortungsfähigkeit angesichts gegenläufiger Anforderungen an das Bildungssystem erfolgt durch selbst organisiertes Lernen, Lernen in Projekten und forschendes Lernen.
Allgemeine Lernziele
- Die Studierenden können wissenschaftlich arbeiten, insbesondere selbständig forschend handeln.
- Sie verfügen über die Kompetenz, Forschung bzw. forschendes Handeln allgemein und gegenüber InformantInnen ethisch zu reflektieren.


Weitere Informationen auch unter:www.ev.froebelseminar.de
www.efh-darmstadt.de
www.hephata.de
www.eva.elisabethenstift.de
http://www.bek.efhd.de/ 

Standorte der Schulen in Kassel


Standort der Schule in Korbach


Zurück zur StartseiteZum Seitenanfang |